Professor Dr. Dr. Dr.h.c. Christian Kasperk

Meine gesamte klinische Tätigkeit ist geprägt von dem vertrauensvollen Gespräch mit ambulanten und stationären Patienten sowie von einem intensiven täglichen, kollegialen Austausch mit Kollegen aus allen internistischen und chirurgischen Schwerpunktbereichen.

 

Die erfolgreiche 30 jährige Tätigkeit am Universitätsklinikum Heidelberg hat in mir die Überzeugung verfestigt, dass eine interdisziplinäre ärztliche Kommunikation und Kooperation auf Augenhöhe unverzichtbar ist für den Erfolg einer nachhaltigen Behandlung von allen Patienten mit endokrinologischen und Stoffwechselerkankungen.

 

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Universitätsklinik Heidelberg

In den Jahren der ärztlichen Tätigkeit an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg gelangte ich zu der Auffassung, dass das Gebiet der Endokrinologie mitsamt den Volkskrankheiten Osteoporose, Diabetes mellitus und Atherosklerose und auch allen anderen dazugehörigen Stoffwechselerkrankungen in alle Bereiche der medizinischen Disziplinen ausstrahlt.

 
Daher ist es die Aufgabe eines internistischen Endokrinologen bei jedem einzelnen Patienten in Kenntnis des individuellen Beschwerde- und Symptomenkomplexes die Auswirkungen der festgestellten Erkrankungen auf die Lebensqualität und Lebenslänge zu erfassen, mit dem Patienten zu besprechen und ggf. für den individuellen Patienten die erforderlichen Teams der Spezialisten zusammenzustellen, die das individuell beste Behandlungsergebnis für jeden einzelnen Patienten in interdisziplinärer Zusammenarbeit realisieren können.
 
Die Schwerpunkte meiner 30 jährigen klinischen Tätigkeit sind die Diagnostik und Behandlung von allen Kalzium- und Knochenstoffwechselstörungen (z.B. Osteoporose, Hyperparathyreoidismus, Osteomalazie, Morbus Paget, Fibröse Dysplasie, Osteogenesis imperfecta, seltene Knochenerkrankungen, Osteonekrosen, Bisphosphonat-assoziierte Komplikationen), von Zucker- und Fettstoffwechselstörungen (Diabetes mellitus, Atherosklerose) sowie von allen endokrinologischen Erkrankungsbildern (Erkrankungen, die die Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Hypophyse, Gonaden und Nebennieren betreffen) sowie die Erfassung und Behandlung der Langzeitfolgen (z.B. Bluthochdruck, Kreislauf-, Nieren-, Gefäß- und Nervenerkankungen).

Nationales und Internationales Renomee

Die nationale Anerkennung meiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeiten auf den Gebieten der Endokrinologie und Osteologie führten 2014 zur Wahl zum außerordentlichen Mitglied und 2017 zur Wahl zum ordentlichen Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Berlin. Über 11 Jahre bis 2016 war ich Sprecher der Sektion Knochenstoffwechsel der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.

 
Im Laufe meiner wissenschaftlichen Karriere wurde ich mit sechs Forschungspreisen von deutschen Fachgesellschaften ausgezeichnet (s. synoptischer Lebenslauf). Auf Grund der günstigen klinischen und wissenschaftlichen Arbeitsbedingungen am Universitätsklinikum Heidelberg lehnte ich 2001 einen Ruf auf eine C3-Professur am Uniklinikum Aachen und 2007 eine Chefarztstelle ab. 
 
Die internationale Anerkennung meiner Forschungsarbeit auf osteologischem Gebiet  führte in Europa zur Wahl zum Mitglied des Peer Review Programmes der Europäischen Kommission, Life Sciences „Degenerative Diseases“ und in den USA zur Wahl zum Chairman des NASA Bone Biology Peer Review Panels, welches sich jährlich in Washington, DC zur Auswahl von Forschungsprojekten auf der Internationalen Raumstation ISS traf. Im Rahmen der Vorbereitungen für einen bemannten Marsflug war ich ständiges Mitglied in der Beraterkommission von NASA und ESA zur Entwicklung des Programmes „Artificial Gravity“. Innerhalb dieses Programmes wurden Gegenmaßnahmen entwickelt, um die schädlichen Folgen eines über 2-jährigen bemannten Marsfluges in der Schwerelosigkeit auf den Knochenstoffwechsel und auf das Herz-Kreislaufsystem zu minimieren. 2006 wurde ich in das Life Science Advisory Board der ESA berufen, nachdem ich bereits seit 1997 wiederholt an Review-Prozessen von Forschungsvorhaben der NASA in Washington DC teilgenommen hatte, und schließlich 2001 als Chairman des NASA Bone Panels fungierte.
 
Auf der Grundlage einer langjährigen wissenschaftlichen Kooperation mit Frau Prof. Dr. Carmen Georgescu, Direktorin der Klinik für Endokrinologie, Universität Klausenburg wurde mir im Jahre 2014 die Ehrendoktorwürde der Universität Klausenburg verliehen.

Leitende Funktionen

Seit dem 1.04.2001 leitete ich oberärztlich die Endokrinologische Ambulanz der Abteilung Innere Medizin I und Klinische Chemie (Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel) und nehme seit dem 1.6.2001 auch die Funktion des Leitenden Oberarztes und des Stellvertreters des Ärztlichen Direktors (Prof. Dr. Dr.h.c. P. Nawroth) wahr.

 
Im Jahre 2001 wurde mir vom Universitätsklinikum Heidelberg auch die Leitung der Sektion Osteologie in der Medizinischen Uniklinik anvertraut, wobei ich innerhalb der Sektion Osteologie in den letzten 20 Jahren das Verfahren der Behandlung schmerzhaft eingebrochener, insbesondere osteoporotischer Wirbelkörperbrüche vom experimentellen Verfahren zum Routineverfahren am Uniklinikum Heidelberg fortentwickelte (www.kyphoplastie.de). Wir führten auch klinische und zahlreiche wissenschaftlich klinisch experimentelle Untersuchungen über dieses Verfahren durch (s. Publikationsverzeichnis ab 2005). Seit 2009 übernahm ich auch die Leitung des Steroidlabors des Pharmakologischen Institutes der Universität Heidelberg, dessen Aufgabe die laborchemische Analyse von Steroidhormonen und deren Metabolite in Patientenseren ist.

Bei meiner gesamten klinischen aber auch wissenschaftlichen Tätigkeit lege ich stets größten Wert auf intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Austausch, insbesondere mit den Vertretern der Fächer Chirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Rheumatologie, Gefäßchirurgie, Kardiologie, Gastroenterologie/Ernährungsmedizin und Nephrologie.
WISSENSCHAFTLICHER ROTER FADEN

Der Regulation des Aufbaus und des Erhaltes von Hartgeweben (Knochen, Zähne) gilt mein besonderes Interesse. Mit histologischen, zell- und molekularbiologischen Methoden untersuchen wir in meiner Arbeitsgruppe, wie der Organismus Knochengewebsbildung reguliert und insbesondere wie wird der permanente Umbau des Skelettsystems in der Interaktion mit mesenchymalen Geweben reguliert, ohne daß die mechanische Festigkeit darunter leidet. Der rote Faden, der sich seit meinen Promotionen durch meine Forschungstätigkeit zieht, ist die Frage, nach der Regelung und Stimulierung des  Knochenanbaus und welche Interaktionen mit mesenchymalen Geweben eine Rolle bei der Hartgewebsbildung spielen. Durch diese Arbeiten entdeckten wir eine Reihe von Phänomenen, die Erklärungsansätze für pathophysiologische Gemeinsamkeiten von Osteoporose und Arteriosklerose und für den Knochenschmerz bieten. Die Aufklärung der Mechanismen dieser Beobachtungen waren der Inhalt der durchgeführten DFG-Projekte.  

Perspektiven

Die demographische Entwicklung in Europa erfordert die Beschäftigung mit altersassoziierten Problemen, wobei bereits jetzt in Deutschland alleine 6 Millionen Frauen und Männer von der Osteoporose betroffen sind. Wesentliche Ursachen für die Osteoporose sind endokrine und neurologische Funktionsstörungen, Malassimilationssyndrome und hämato-onkologische Erkrankungen. Die Osteoporose bedeutet nicht nur eine Einschränkung der Lebensqualität, sondern die osteoporotische Knochenfestigkeitsminderung und auch die Zahl von osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen korreliert mit einer zunehmenden kardiovaskulären Mortalität. Dieser Zusammenhang stellt die große Bedeutung der Erforschung von Zusammenhängen zwischen den größten Volkskrankheiten klar heraus; Störungen des Fettstoffwechsels (Arteriosklerose), des Knochenstoffwechsels (Osteoporose) und des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus) und deren Folgen (kardiovaskuläre Mortalität, Osteoporose bedingte eingeschränkte Mobilität und Lebensqualität, diabetische Spätschäden wie Angio-, Neuro- und Retinopathien) sind die großen medizinischen Herausforderungen des begonnenen 21. Jahrhunderts.

Kooperationsfähigkeit

Durch die pathophysiologischen Zusammenhänge zwischen Fett-, Zucker- und Knochenstoffwechselstörungen besteht die Notwendigkeit der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit insbesondere mit der Chirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Gefäßchirurgie und Rheumatologie. Die Etablierung einer interdisziplinären Sektion Osteologie zwischen der Medizinischen Klinik und chirurgischen Fächern war nur möglich durch die Einrichtung einer transparenten, gemeinsamen ambulanten und stationären Patientenbetreuung und -führung, die den Patienten und der Gesamtklinik zu Gute kommt und neue Fortbildungschancen für die Kollegen aller beteiligten Abteilungen eröffnete.

Besondere klinische Entwicklungen

Auf der Grundlage von Kenntnissen aus meinem Biologie Studium hatte ich 1983 die Idee ein Knochenersatzmaterial aus Meeres-Kalkalgen zu entwickeln, was zu 3 Patenten führte und zu einem marktreifen Produkt (Algipore©), welches bis heute vertrieben wird (s. Publikationsliste).

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Im Rahmen meiner Funktion als Sektionsleiter der Osteologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg etablierte ich seit dem Jahr 1999 in interdisziplinärer Kooperation mit den orthopädisch/unfallchirurgischen und radiologischen Kollegen das Verfahren der Kyphoplastie zu einem Routine-Verfahren am Universitätsklinikum Heidelberg. Durch wöchentlichen interdisziplinären Kyphoplastie-Kolloquien wird in jedem Einzelfall geprüft, of die technischen anatomischen Voraussetzungen zur Durchführung einer Kyphoplastie gegeben sind und ob überhaupt eine aussichtsreiche Indikation für die Anwendung dieses Verfahrens vorliegt. Das Verfahren der Kyphoplastie ist dann zweckmäßig anwendbar, wenn schmerztherapie-refraktäre Schmerzen durch einen osteoporotischen oder pathologischen manchmal auch rein traumatischen Wirbelkörpereinbruch vorliegen, oder ein eingebrochener Wirbelkörper im Verlauf gravierend weiter einbricht (sintert) und so die Entstehung eines Plattwirbels droht.

Auf Einladung der weissrussischen Universität Gomel führte ich 2015 das Verfahren der Kyphoplastie in Belarus ein, wodurch die osteoplastische Stabilisierung schmerzhaft eingebrochenen Wirbelkörper dort seither ebenfalls erfolgreich eingesetzt wird.

Multimodales Therapiekonzept der Knochenstoffwechselstörung

Lebenslauf und Weiterbildungen

Lebenslauf und Curriculum Vitae

Synoptischer und ausführlicher Lebenslauf.

Fachkunden und Weiterbildungen

Exposée von Qualifikationen und Approbationen.

Prof Dr. Dr. med. Christian Kasperk

Leiter der Sektion Osteologie
Innere Medizin I und Klinische Chemie

Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

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